So erstellen Sie eine sichere Anlagestrategie: Expertentipps für Ihr Risikoprofil

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Möchten Sie eine hohe Rendite mit Ihrer Anlagestrategie erzielen? Natürlich ist dies nicht ohne entsprechende Risiken und Kursschwankungen möglich.

Es ist deshalb wichtig, sich zunächst über Ihre persönlichen Ziele und den Zeithorizont Ihrer Geldanlage klar zu werden. Ein Teil Ihres Vermögens sollte dabei stets kurzfristig verfügbar bleiben – zum Beispiel für ungeplante Ausgaben wie Gesundheitskosten oder grössere Anschaffungen wie ein neues Auto. Ob und in welche Werte Sie letztendlich investieren, hängt aber auch von Ihrer individuellen Einkommens- und Vermögenssituation ab.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie eine sichere Anlagestrategie entwickeln können, die zu Ihrem Risikoprofil passt. Wir erklären, wie Sie langfristige Anlageziele definieren, eine konservative oder wachstumsorientierte Strategie wählen und dabei auch nachhaltige Aspekte berücksichtigen können. Denn ein Portfolio ist mehr als nur die Summe seiner einzelnen Anlagen – die Gesamtbeurteilung macht den Unterschied.

Ziele und Anlagehorizont definieren

Der erste Schritt bei der Entwicklung einer erfolgreichen Anlagestrategie ist die Definition klarer Ziele. Erst wenn Sie wissen, wofür Sie investieren möchten, können Sie eine passende Strategie entwickeln und die richtigen Anlageformen auswählen.

Warum klare Ziele entscheidend sind

Eine solide Anlagestrategie beginnt mit präzise definierten Zielen. Ohne konkrete Ziele ist es kaum möglich, den gewünschten finanziellen Status zu erreichen oder eine passende Anlagestrategie abzuleiten. Viele Anleger verlieren bei der Definition ihrer Strategie den wichtigen Gedanken, dass sie nicht nur ein einzelnes langfristiges Ziel verfolgen, sondern häufig kurz-, mittel- und langfristig mit ihrem Vermögen ganz unterschiedliche Ziele erreichen möchten.

Klare Ziele helfen dabei, den Fokus zu behalten und impulsives Handeln zu vermeiden. Sie unterstützen zudem dabei, Entscheidungen an langfristigen Prioritäten auszurichten. Ein gutes Anlageziel sollte folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Konkret und spezifisch: z.B. “Ich möchte in 15 Jahren 200.000 Franken für den Ruhestand ansparen”
  • Messbar: Der Fortschritt muss überprüfbar sein
  • Realistisch: Nur realistische Ziele können tatsächlich erreicht werden

Kurzfristige vs. langfristige Anlagestrategie

Der Anlagehorizont bezeichnet die Dauer, für die Anleger ihr Geld investieren möchten. Man unterscheidet zwischen kurzfristigen (1-5 Jahre), mittelfristigen (2-10 Jahre) und langfristigen Anlagen (länger als 10 Jahre).

Bei kurzfristigen Anlagezielen steht vor allem die Liquidität im Vordergrund. Hier eignen sich risikoärmere Anlageformen wie Festgeldkonten. Für mittelfristige Ziele wie den Kauf eines Autos können moderat riskante Anlagen in Betracht gezogen werden.

Besonders wichtig: Je länger der Anlagehorizont, desto grösser darf der Aktienanteil sein. Bei einem Anlagezeitraum von mindestens zehn Jahren war es in der Vergangenheit in mehr als der Hälfte der Fälle möglich, eine Rendite von mindestens 4 Prozent pro Jahr zu erzielen. Tatsächlich hat kein Anleger, der zwischen 1988 und 2021 für mindestens 15 Jahre breit im Aktienmarkt investiert war, damit einen Verlust gemacht – unabhängig davon, wann er ein- und ausgestiegen ist.

Der Zinseszinseffekt spielt bei langfristigen Strategien eine entscheidende Rolle. Wer 20 Jahre lang monatlich 100 Franken anlegt, hat bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 5 Prozent am Ende 40.754 Franken angespart. Bei einer Rendite von 7 Prozent wächst dieser Betrag auf 51.060 Franken – das sind 25 Prozent mehr.

Beispiele für Anlageziele

Die Anlageziele sind so vielfältig wie die Lebensentwürfe der Menschen. Zu den häufigsten zählen:

  1. Vermögensaufbau und -erhalt: Hierbei geht es darum, kontinuierlich Vermögen aufzubauen oder die Kaufkraft zu erhalten.
  2. Altersvorsorge: Für viele Anleger besteht das Hauptziel darin, ein finanzielles Polster für den Ruhestand aufzubauen. Als Faustregel gilt hier, etwa 15 Prozent des Nettoeinkommens in einen breitgestreuten Aktien-ETF zu investieren.
  3. Konkrete Anschaffungen: Ob Eigenheim, Auto oder Renovierung – viele sparen auf bestimmte grössere Ausgaben.
  4. Ausbildung der Kinder: Finanzierung von Studium oder Ausbildung der Kinder.
  5. Notgroschen: Ein finanzielles Polster für unerwartete Ausgaben, typischerweise drei Monatsgehälter.

Bei mehreren Zielen ist eine Priorisierung wichtig. Oft erfolgt diese unter Berücksichtigung von Fragen wie: Gibt es kurzfristige Verbindlichkeiten? Wie kann ich für meine Zukunft vorsorgen? Wie kann ich mein Vermögen weitergeben?

Für jedes konkrete Anlageziel kann unterschiedlich hohes Risiko eingegangen werden. Wer beispielsweise mit 30 Jahren vorsorgen und gleichzeitig in den nächsten fünf Jahren Wohneigentum erwerben möchte, braucht zwei verschiedene Anlagepläne. Die Definition der Ziele ist somit der erste, entscheidende Schritt für eine erfolgreiche Anlagestrategie.

Risikofähigkeit und Risikobereitschaft verstehen

Nach der Definition Ihrer Anlageziele ist das Verständnis Ihres Risikoprofils der nächste entscheidende Schritt. Das Risikoprofil setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Ihrer Risikofähigkeit und Ihrer Risikobereitschaft. Diese beiden Faktoren bestimmen massgeblich, welche Anlagestrategie für Sie geeignet ist. Mach den Test unter: https://www.kenn-dein-risiko.de/

Was ist Risikofähigkeit?

Die Risikofähigkeit beschreibt Ihre objektive Fähigkeit, finanzielle Risiken zu tragen. Sie zeigt, welche Verluste Sie im Ernstfall verkraften können, ohne in finanzielle Bedrängnis zu geraten. Anders ausgedrückt: Je weniger Sie auf das investierte Kapital angewiesen sind, um Ihren Verpflichtungen nachzukommen, desto grösser ist Ihre Risikofähigkeit.

Für die Beurteilung Ihrer Risikofähigkeit werden verschiedene objektive Kriterien herangezogen:

  • Höhe Ihrer Ersparnisse, Sparquote und finanziellen Verpflichtungen
  • Zeitraum, für den Sie das investierte Geld nicht benötigen
  • Anlagehorizont und die Fähigkeit, vorübergehende Wertschwankungen abzuwarten
  • Verbleibende Jahre der Erwerbstätigkeit

Ein anschauliches Beispiel: Eine junge, unverheiratete Berufseinsteigerin mit hohem Einkommen und ohne finanzielle Verpflichtungen hat eine deutlich höhere Risikofähigkeit als ein Rentner, der auf ein festes Einkommen angewiesen ist. Ebenso ist ein 50-jähriges Doppelverdiener-Ehepaar mit abbezahltem Eigenheim wesentlich risikofähiger als ein gleichaltriges Paar mit nur einem Einkommen, teurer Miete und unterhaltspflichtigen Kindern.

Wie misst man Risikobereitschaft?

Während die Risikofähigkeit ein objektiver Wert ist, stellt die Risikobereitschaft einen subjektiven Wert dar. Sie beschreibt die Neigung eines Menschen, Risiken einzugehen oder zu vermeiden und drückt aus, welches Risiko und welche Verluste Sie tatsächlich bereit sind zu tragen.

Für die Messung der Risikobereitschaft haben sich verschiedene Methoden etabliert:

Die meisten Banken verwenden vier oder fünf Stufen zur Messung der Risikoeinstellung. Häufig werden Kunden gebeten, ihre Risikoeinstellung selbst einzuschätzen, beispielsweise auf einer Skala von eins (sehr risikoscheu) bis fünf (sehr risikofreudig). Eine zuverlässigere Methode ist jedoch die sogenannte Multiple-Item-Messung, bei der die Risikoeinstellung anhand mehrerer Indikatoren gemessen wird.

Eine der wissenschaftlich validierten Methoden ist die Kurzskala Risikobereitschaft-1 (R-1), die eine 7-stufige Ratingskala mit den Endpolen “gar nicht risikobereit” bis “sehr risikobereit” verwendet. Diese Skala erlaubt trotz ihrer Kürze eine reliable und valide Messung des Konstrukts.

Darüber hinaus ist eine besonders zuverlässige Methode zur Einschätzung Ihrer Risikoneigung die ehrliche Antwort auf die Frage: „Wie gehe ich mit Verlusten um – realen oder gefühlten?” Wenn Sie bei temporären Verlusten emotional stark belastet sind, ist Ihre Risikotoleranz vermutlich eher niedrig. Können Sie hingegen bei Marktrückgängen Ruhe bewahren oder sehen sogar aktiv Chancen, ist Ihre Risikoneigung höher.

Typische Fehler bei der Selbsteinschätzung

Bei vielen Anlegern entspricht die objektive Risikofähigkeit nicht ihrer subjektiven Risikobereitschaft. Diese Diskrepanz kann zu problematischen Anlageentscheidungen führen.

Ein häufiger Fehler ist die Überschätzung der eigenen Risikotoleranz. In guten Börsenzeiten fühlen sich viele Anleger risikofreudiger als sie tatsächlich sind. Erst wenn die Kurse fallen, zeigt sich die wahre Risikobereitschaft. Daher ist die ehrliche Selbsteinschätzung entscheidend: Werde ich im nächsten Abschwung ruhig bleiben oder unruhig?

Eine Selbsteinschätzung ist zwar hilfreich, aber nicht sehr zuverlässig. Studien zeigen, dass Multiple-Item-Messungen zur Risikoeinstellung in der Regel bessere Ergebnisse liefern als Single-Item-Messungen. Die standardisierte Kombination mehrerer Messmethoden kann zu einer verlässlicheren Messung der Risikoeinstellung beitragen und somit die Qualität einer darauf basierenden Beratung verbessern.

Interessant ist auch, dass kulturelle Faktoren, Alter und Geschlecht eine Rolle spielen. Laut einer Studie sind beispielsweise nur 26 Prozent der Schweizer Frauen bereit, für höhere Gewinnchancen höhere Risiken einzugehen, während dieser Anteil bei Männern 37 Prozent beträgt.

Die richtige Einschätzung Ihres Risikoprofils ist der Grundstein für eine passende Anlagestrategie. Denn es gibt keine schlechten Strategien – nur schlecht passende.

Vermögen strukturieren mit dem Schichtenmodell

Um eine passende Anlagestrategie zu entwickeln, sollten Sie Ihr Vermögen sinnvoll strukturieren. Das Schichtenmodell bietet hierzu einen bewährten Ansatz, der Ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigt und finanzielle Risiken reduziert.

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Reserviertes vs. freies Vermögen

Die Unterscheidung zwischen reserviertem und freiem Vermögen bildet die Grundlage des Schichtenmodells. Reserviertes Vermögen dient ganz bestimmten oder weitgehend feststehenden Zwecken – ein Verlust dieses Geldes wäre kritisch für Ihre finanzielle Situation. Dieses Vermögen ist zweckgebunden und folglich nicht frei realisierbar.

Freies Vermögen hingegen kann beliebig eingesetzt werden. Selbst ein Totalverlust wäre nicht existenzbedrohend. Es handelt sich um die Summe der Gelder oder Vermögenswerte, die zur freien Verfügung stehen und in verschiedene Anlagemöglichkeiten investiert werden können. Dieses Vermögen umfasst jene Vermögenswerte, die ohne Beeinträchtigung der Erfüllung Ihrer finanziellen Verpflichtungen veräussert werden können.

Bei der Vermögensplanung ist zudem Ihre individuelle Risikotragfähigkeit entscheidend. Je mehr Verlust Sie sich “leisten” können, ohne dass Ihre Existenz bedroht ist, desto besser. Ebenso wichtig: Während Ihre grundlegende Risikobereitschaft sich über den Zeitablauf kaum ändert, verändert sich Ihre Risikoeinstellung gegenüber bestimmten Anlageformen häufig.

Wie viel Liquidität ist sinnvoll?

Ein ausreichend hoher Anteil liquider Mittel inklusive Sicherheitsmarge verhindert, dass für grössere Anschaffungen oder bei unvorhergesehenen Ereignissen Geldanlagen zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkauft werden müssen. Die Corona-Pandemie zeigte exemplarisch, wie wichtig solche Liquiditätsreserven sein können.

Ein Teil des Vermögens sollte daher stets kurzfristig verfügbar sein – beispielsweise für ungeplante Ausgaben wie Gesundheitskosten oder grössere Anschaffungen wie ein neues Auto. Dieser Betrag sollte nur in Anlageklassen mit geringen Kursschwankungen investiert werden, die jederzeit ohne grosse Verluste verkauft werden können.

Für die Höhe der Liquiditätsreserve gibt es verschiedene Faustregeln. Als Berechnungsgrundlage dient oft das Ein- bis Dreifache Ihrer jährlichen Ausgaben oder Ihres Ausgabenüberschusses. Alternativ empfehlen Experten häufig einen Notgroschen in Höhe von etwa drei Monatsgehältern.

Beispielhafte Aufteilung nach Risiko

Die Strukturierung des restlichen Vermögens hängt massgeblich von Ihrem Risikoprofil ab. Hier einige beispielhafte Aufteilungen:

Bei einem niedrigen Risikoprofil empfiehlt sich eine Gewichtung von etwa 60 Prozent in Zinsprodukten und 40 Prozent in Aktienfonds. Dies setzt auf Sicherheit und minimiert mögliche Verluste.

Ein mittleres Risikoprofil erlaubt eine ausgewogenere Mischung mit 60 Prozent Aktienfonds und 40 Prozent Zinsanlagen. Diese Aufteilung verbindet Sicherheit und Rendite.

Für Anleger mit hohem Risikoprofil kann eine renditeorientierte Verteilung mit 80 Prozent Aktien sinnvoll sein. Dennoch sollte der Sicherheitsbaustein von etwa 20 Prozent Zinsanlagen nicht vergessen werden.

Viele Anleger benötigen den grösseren Teil ihres Vermögens über längere Zeit nicht. Diesen Teil können Sie risikoreicher investieren, also beispielsweise mit einem höheren Aktienanteil. Mit Aktieninvestitionen ist eine durchschnittliche Rendite von 4 bis 8 Prozent pro Jahr möglich.

Darüber hinaus sollten Sie regelmässig Ihr Portfolio überprüfen. Durch gezieltes Rebalancing erhalten Sie die ursprünglich geplante Portfoliogewichtung aufrecht. Setzen Sie sich idealerweise ein bis zwei feste Stichtage pro Jahr, an denen Sie Ihre Strukturierung prüfen und gegebenenfalls anpassen.

Die passende Anlagestrategie ableiten

Nachdem Sie Ihr Risikoprofil bestimmt und Ihr Vermögen strukturiert haben, lässt sich daraus die passende Anlagestrategie ableiten. Diese sollte stets individuell auf Ihre persönliche Situation zugeschnitten sein.

Konservative Anlagestrategie vs. wachstumsorientiert

Die konservative Anlagestrategie zielt hauptsächlich auf Werterhaltung und geringe Anlagerisiken ab. Sie basiert vorwiegend auf Obligationen (etwa 62%) mit einem geringeren Aktienanteil (rund 27%) und minimalen Immobilienanlagen (2%). Die historische jährliche Rendite liegt bei etwa 2,42% bei einer Volatilität von 5,29%.

Wachstumsorientierte Strategien hingegen setzen auf höhere Renditen bei entsprechend höherem Risiko. Bei der Strategie “Wachstum” werden ungefähr zwei Drittel des Vermögens in Aktien investiert. Noch dynamischere Strategien investieren fast vollständig in wachstumsorientierte Aktien und erfordern einen Anlagehorizont von mindestens acht bis zehn Jahren.

Entsprechend Ihrer persönlichen Situation können Sie zwischen verschiedenen Abstufungen wählen – von der Einkommensstrategie mit Fokus auf Sicherheit bis zur dynamischen Strategie mit Fokus auf überdurchschnittliche Renditen.

ETF Anlagestrategie für Anfänger

Für Einsteiger eignen sich besonders ETFs (Exchange Traded Funds), da sie eine breite Streuung zu niedrigen Kosten ermöglichen. Durch die Verteilung auf viele Aktien – bei weltweiten ETFs bis zu 9.300 Unternehmen aus 47 Ländern – wird das Einzelrisiko minimiert.

Die Gesamtkostenquote (TER) von ETFs liegt durchschnittlich bei nur 0,25% pro Jahr, wodurch mehr von der erzielten Rendite beim Anleger bleibt. Langfristig können Sie mit weltweiten Aktien eine jährliche Rendite von etwa 7% erwarten.

Für den einfachsten Einstieg genügt ein breit diversifizierter ETF wie der SPDR MSCI ACWI IMI oder der Vanguard FTSE All-World. Hierbei ist ein langfristiger Anlagehorizont wichtig, da kurzfristige Schwankungen dann weniger ins Gewicht fallen.

Nachhaltige Anlagestrategie: ESG-Kriterien berücksichtigen

Die ESG-Anlagestrategie berücksichtigt neben finanziellen Aspekten auch Nachhaltigkeitskriterien in den Bereichen Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance).

Für die Umsetzung gibt es verschiedene Ansätze:

  • Ausschlusskriterien: Bestimmte Unternehmen, Branchen oder Länder werden ausgeschlossen
  • Positivselektion: Auswahl von Unternehmen, die ESG-Kriterien besonders gut erfüllen
  • Best-in-Class: Es werden die besten Unternehmen einer Branche ausgewählt

Tatsächlich zeigen Studien, dass ESG-konforme Unternehmen häufig besser abschneiden, da sie weniger risikobehaftet sind und eine langfristige Perspektive verfolgen.

Krypto Anlagestrategie: Chancen und Risiken

Kryptowährungen sind höchst volatil und daher riskant. Sie eignen sich für Anleger, die bewusst spekulieren möchten. Durch die begrenzte Anzahl von Coins (beispielsweise maximal 21 Millionen Bitcoin) können sie theoretisch als Inflationsschutz dienen.

Jedoch bestehen erhebliche Risiken: Neben starken Kursschwankungen gibt es Gefahren durch Hackerangriffe und Phishing. Bei Selbstverwahrung kann der Verlust der Zugangsdaten zum vollständigen Vermögensverlust führen.

Früher korrelierte Bitcoin kaum mit traditionellen Anlagen, was einen Diversifikationseffekt bot. Diese Korrelation hat sich jedoch während der Corona-Pandemie verändert. Dennoch ist der Zusammenhang mit traditionellen Anlagen über die Zeit noch nicht vollständig gefestigt.

Strategie regelmässig überprüfen und anpassen

Eine regelmässige Überprüfung Ihrer Anlagestrategie ist entscheidend für langfristigen Erfolg. Ohne diese Pflege entwickelt sich Ihr Portfolio möglicherweise völlig anders als ursprünglich geplant.

Wann ist ein Rebalancing sinnvoll?

Rebalancing bedeutet die stetige Anpassung an Ihr individuelles Anlageprofil. Durch Kursschwankungen verändert sich die ursprüngliche Gewichtung Ihrer Anlagen – beispielsweise steigt der Aktienanteil bei positiver Marktentwicklung deutlich an. Ohne Rebalancing riskieren Sie ein Portfolio, das nicht mehr Ihrer gewählten Strategie entspricht.

Wie oft Sie rebalancen sollten, hängt von Ihrer persönlichen Situation und der Portfoliozusammensetzung ab. Fachleute empfehlen jedoch mindestens einmal jährlich. Weicht Ihr Portfolio etwa fünf Prozent oder mehr von der ursprünglichen Aufteilung ab, ist eine Anpassung sinnvoll. Bei kleineren Abweichungen überwiegen oft die Kosten den Nutzen.

Interessanterweise konnten Anleger durch regelmässiges Rebalancing langfristig etwa 0,5 Prozent mehr Rendite pro Jahr erzielen. Allerdings ist dies emotional herausfordernd, da Sie zunächst gut laufende Positionen bremsen und schwächere höher gewichten.

Anlagestrategie 2025: Was sich ändern könnte

Für 2025 sollten Sie besonders auf Entwicklungen in den Bereichen Kryptowährungen, Zinspolitik und geopolitische Faktoren achten. Die Märkte haben sich nach der Zinswende und geopolitischen Herausforderungen zwar robust gezeigt, dennoch bleiben Unsicherheiten bestehen.

Rolle der VP Bank oder Berater bei der Strategiepflege

Ein professioneller Berater kann bei der regelmässigen Überprüfung Ihrer Anlagestrategie wertvolle Unterstützung bieten. Prüfen Sie jedoch kritisch, ob Sie zu viele bankeigene Produkte im Depot haben und wie transparent die Gebührenstruktur ist. Ein Beratungsgespräch bietet zudem die Gelegenheit, Ihr Portfolio angesichts der aktuellen Marktsituation zu überprüfen und – falls notwendig – taktische Anpassungen vorzunehmen.

Schlussfolgerung

Die Entwicklung einer sicheren Anlagestrategie hängt letztendlich von Ihrem individuellen Risikoprofil ab. Tatsächlich sollten Sie zunächst Ihre finanziellen Ziele klar definieren und Ihren persönlichen Anlagehorizont festlegen, bevor Sie Entscheidungen treffen. Dabei spielt die ehrliche Einschätzung Ihrer Risikofähigkeit und Risikobereitschaft eine entscheidende Rolle.

Ausserdem hilft das Schichtenmodell, Ihr Vermögen sinnvoll zu strukturieren – von der notwendigen Liquiditätsreserve bis hin zum langfristigen Anlagevermögen. Je nach Ihrem Risikoprofil können Sie anschliessend zwischen konservativen und wachstumsorientierten Strategien wählen oder alternative Ansätze wie ETF-Investments, nachhaltige Anlagen oder in begrenztem Umfang auch Kryptowährungen in Betracht ziehen.

Denken Sie daran, dass keine Anlagestrategie für immer festgeschrieben ist. Daher sollten Sie regelmässig, mindestens einmal jährlich, Ihr Portfolio überprüfen und gegebenenfalls durch Rebalancing an Ihre ursprüngliche Zielgewichtung anpassen. Dies kann langfristig zu einer besseren Rendite führen, erfordert jedoch auch emotionale Disziplin.

Unabhängig davon, für welche Strategie Sie sich entscheiden – die beste Anlagestrategie ist immer diejenige, die zu Ihren persönlichen Zielen, Ihrem Risikoprofil und Ihrer Lebenssituation passt. Mit diesem strukturierten Ansatz und etwas Geduld können Sie Ihr Vermögen langfristig erfolgreich aufbauen und schützen.

FAQs

Q1. Wie kann ich mein persönliches Risikoprofil bestimmen? Um Ihr Risikoprofil zu bestimmen, sollten Sie Ihre Risikofähigkeit (objektive finanzielle Situation) und Ihre Risikobereitschaft (subjektive Einstellung zu Risiken) analysieren. Berücksichtigen Sie dabei Faktoren wie Ihr Einkommen, Ihre Ersparnisse, finanzielle Verpflichtungen und Ihren Anlagehorizont. Eine ehrliche Selbsteinschätzung Ihrer Reaktion auf mögliche Verluste ist ebenfalls wichtig.

Q2. Welche Vorteile bietet eine ETF-Anlagestrategie für Anfänger? ETFs (Exchange Traded Funds) sind für Einsteiger besonders geeignet, da sie eine breite Streuung zu niedrigen Kosten ermöglichen. Sie bieten eine Verteilung auf viele Unternehmen und Länder, was das Einzelrisiko minimiert. Die geringen Verwaltungskosten von durchschnittlich 0,25% pro Jahr lassen mehr von der erzielten Rendite beim Anleger. Langfristig können Sie mit weltweiten Aktien-ETFs eine jährliche Rendite von etwa 7% erwarten.

Q3. Wie oft sollte ich meine Anlagestrategie überprüfen und anpassen? Experten empfehlen, Ihre Anlagestrategie mindestens einmal jährlich zu überprüfen. Ein Rebalancing ist sinnvoll, wenn Ihr Portfolio etwa 5% oder mehr von der ursprünglichen Aufteilung abweicht. Regelmässiges Rebalancing kann langfristig zu einer höheren Rendite führen, erfordert aber auch emotionale Disziplin, da gut laufende Positionen reduziert und schwächere aufgestockt werden müssen.

Q4. Wie viel Liquidität sollte ich in meiner Anlagestrategie berücksichtigen? Es ist ratsam, einen Teil Ihres Vermögens als Liquiditätsreserve zu halten. Als Faustregel gilt oft das Ein- bis Dreifache Ihrer jährlichen Ausgaben oder ein Notgroschen in Höhe von etwa drei Monatsgehältern. Diese Reserve sollte in Anlagen mit geringen Kursschwankungen investiert werden, die jederzeit ohne grosse Verluste verkauft werden können.

Q5. Welche Rolle spielen ESG-Kriterien in einer nachhaltigen Anlagestrategie? ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) berücksichtigen neben finanziellen Aspekten auch Nachhaltigkeitsfaktoren. In einer nachhaltigen Anlagestrategie können Sie Ausschlusskriterien anwenden, eine Positivselektion vornehmen oder den Best-in-Class-Ansatz verfolgen. Studien zeigen, dass ESG-konforme Unternehmen oft besser abschneiden, da sie weniger risikobehaftet sind und eine langfristige Perspektive verfolgen.